Logbuch Suhrkamp

Das Online-Magazin vom Suhrkamp Verlag
Fremdlesen: Was die Redakteure über die Feiertage lesen

Wenn die Bücher aus der eigenen Produktion in den Buchhandlungen liegen und das Jahr schon fast zu Ende ist, bleibt endlich etwas Zeit, um zu lesen, was schon lange auf dem Stapel liegt. Das sind die Bücher, mit denen die LOGBUCH-Redaktion die Feiertage verbringt.

Umsonst & draußen: 01. bis 13. Juli 07

Es war Geburtstag. Die japanischen Freunde hatten H. eine Leselampe geschenkt und einen schönen, weichen Buchumschlag und ein Buch, an das man diese Leselampe ranklemmen kann. H. war etwas enttäuscht, als er bemerkte, dass das Gerät nicht aus Japan, sondern aus Deutschland kam.

Moortagebuch 6

Wenn der Sommer zu Ende geht, beginnt für die Libelle das Leben, und es ist nur eines von vielen: Je nach Art häutet sich eine Libellenlarve zwischen sieben und fünfzehn Mal.

»Schwimm Schreib Stirb« – Hans-Ulrich Müller-Schwefe über Einar Schleefs Tagebuch

Bis zum 19. Januar 2014 zeigt die Berliner Galerie Parterre Zeichnungen des großen Theatermachers Einar Schleef. Im Rahmen der Ausstellung las Sophie Rois Ende November aus Schleefs legendärem Tagebuch. Zur Einleitung sprach Hans-Ulrich Müller-Schwefe – Schleefs Lektor zu dessen Lebzeiten und heute gemeinsam mit Gabriele Gerecke Nachlassverwalter und Erbe – über Entstehung und Veröffentlichung des Tagebuchs, das neben dem Roman Gertrud und dem Großessay Droge Faust Parsifal zu den Hauptwerken des Autors zählt.

Umsonst & draußen: Juni 07

Bad Segeberg. Die Zettel an den Wänden:
»Ich bin liebenswert.
Ich bin lebensfähig
und es gibt Menschen,
die mir helfen!« (lt. Pastorin)

täglich ein stück weiter, 7.12.13

perlen des deutschen theaterwesens, folge 1: der premierenfeier-dj. wir alle kennen ihn. meistens harrt er in einer nische des garderobenfoyers oder der theaterkantine seines einsatzes, einsam und vergeistigt wie der paukist der berliner symphoniker. der premierenfeier-dj ist für tanzbare musik nach einer theaterpremiere zuständig. das ist ein posten mit verantwortung. entsprechend anspruchsvoll ist die ausbildung.

Hohes Venn-Gunther Geltinger
Moortagebuch 5

Hohes Venn, 23.11.2013, Fotos von Gunther Geltinger

Umsonst & draußen: Mai 07

Es war vormittags. Nach vier Tagen war die Grateful Dead-Datei endlich vollständig geladen. Endlich hatte ich das fast vierstündige Konzert, dass ich 1981 Ende März im Fernsehen nur teilweise gesehen hatte. Wir waren komplett dicht gewesen und ich war dann eingeschlafen, als die Gaukler kamen. Ich hatte es unbedingt noch einmal sehen wollen auch weil ich mir überlegt hatte, einen Roman zu schreiben, in dem der 28.3.81 eine wichtige Rolle spielen sollte. Eines von angedachten drei Kapitelns sollte am 28.3.81 spielen.

Zur Räumlichkeit des Romans

Der Roman kann so gut wie alles sein. Der Roman kann ein Adventskalender sein. Er zeigt ein Bild, und in diesem Bild öffnen sich an unerwarteten, auch unvorhergesehenen Stellen Türen – wenn das Ausgangsbild eine Winterlandschaft ist mit Fichten, Kindern auf Schlitten und Rehen, öffnet sich beispielsweise ein Türchen im Schnee und mag etwas zeigen, was auch »realerweise« dahinter verborgen sein könnte – ein kleines Tier in der Erde eingegraben, in seinem Bau, im Winterschlaf. Oder es zeigen sich die irrealen Dinge, Weihnachtswünsche, Sterne, Spielzeuge, Engel hinter sich öffnenden Wolken – Symbole, die zu wünschen vorgegeben waren und die auf ganz andere Wünsche verwiesen, den nach Schutz, nach Geborgenheit, nach Frieden, nach Schönheit.

Grenzgang als Film

Die häufigste Frage, die mir bezüglich der Verfilmung meines Grenzgang gestellt wird, lautet, ob es mir schwer gefallen sei, den Stoff fremden Händen zu überlassen. Nein, ist es nicht.

Moortagebuch 4

Das Moor, wie wir es zu kennen glauben, gibt es nicht – oder nicht mehr.

Buch Wien 13

Erster Tag: Freitag. Ich bin spät dran. Zwar sind die Wege kurz in Wien, doch das Messegelände ist groß, und ich bin am falschen Ende ausgestiegen, U 2 Station Messe-Prater statt Krieau. Ich betrete die gläserne Halle, vor der junge Hostessen Mannerschnitten verteilen.

CC0 Public Domain
täglich ein stück weiter, 24.11.13

schlechte nachrichten für zeitgenössische theaterautorinnen und -autoren: der berliner stückemarkt ist geschichte.

Moortagebuch 3

Es regnet in Strömen. Tief hängen die Wolken über den Feldern des oberfränkischen Dorfs bei Bamberg, wo mich das Fernsehteam des Bayerischen Rundfunks abholt, für einen Gang durchs Moor.

Lesen fahren

No problem, sagt M., während wir im Auto darauf warten, dass der Polizist zurückkommt, der ihm vor zehn Minuten die Papiere abgenommen hat. Wir parken auf einer stark befahrenen Straße in Bukarest …

Georg-Büchner-Preis für Sibylle Lewitscharoff

Der Anfang ist traditionell schwierig. Von der Tiefgarage, bedrückend wie jede Tiefgarage, führt ein abblätterndes rotes Farbband, breit auf den Boden gepinselt, bis zum Treppenaufgang ins Foyer des Darmstädter Staatstheaters: Beton, Beton, Beton.

Moortagebuch 2

Kein Monat macht mich unruhiger als der endlos scheinende Juli, dem ein zweiter 31-Tage-Monat aus zu viel Licht und wenig Nacht folgt.