Logbuch Suhrkamp

Das Online-Magazin vom Suhrkamp Verlag
Umsonst & draußen: April 08

Früher war ich nicht so ein offener Typ. Wenn ich jemanden zum ersten Mal gesehen hatte, hatte ich nie viel geredet. Wenn ich jetzt irgendwo hingehe, rede ich mehr. Die meisten Männer interessieren sich ja für Schalke und ich kann auch für Schalke ein bisschen Werbung machen und erklären, was Schalke ist und dass ich Schalkefan bin. Wir können dann viel erzählen. Nicht nur über Schalke.
Eine Freundin hat mir mal gesagt, vielleicht sind ja deine Vorfahren Bergbauern und deswegen interessierst du dich für Schalke. Kann sein. Aber ich hab nie gehört, dass meine Vorfahren Bergleute sind.

Die lit.Cologne, ein Fest der Literatur

Als ich am Morgen im Hotel aufwachte, stand der Dom direkt vor meinem Bett. Ich musste gleich weiter, hatte diesmal keine Zeit, mich kurz vor Gerhard Richters Fenster zu setzen.

Durs Grünbein
DIE MASSIVE DES SCHLAFS

In was für rauhen Regionen wir die meiste Zeit
Fern der vertrauten Umgebung verbringen
In den erinnerungslosen Phasen der Nacht,
Zeigt sich erst, wenn ein Zwischenfall
Uns aus dem Schlaf reißt.

Umsonst & draußen: 02. bis 31. März 08

Ich fühlte mich wohl. Wie ich mich immer sofort wohl und aufgehoben in Behörden gefühlt hatte. Bei der KFZ-Meldestelle. Im Meldeamt. Im Finanzamt. Im Krankenhaus. Das war mir alles sofort vertraut. Meine Affinität zu Behörden kam sicher daher, dass meine Mutter in der Kreisverwaltung als Phonotypistin gearbeitet hatte. Sie hatte immer mit behördlichen Texten besprochene Platten abgetippt. Und ich war nach der Schule oft ins Kreishaus gekommen, um den Hausschlüssel abzuholen.

Umsonst & draußen: Februar 08

In Ulrich Peltzers Roman »Teil der Lösung« wäre die Szene so weitergegangen: die Sicherheitsleute (die bei dem Schriftsteller kräftiger gewesen wären, als in echt) hätten den Flaschensammler aufgefordert, zu gehen und ihn dabei geschubst. Der Flaschensammler hätte angefangen zu krakelen.
Eine neugierige Traube von Zuschauern hätte sich gebildet und dem Ereignis neugierig zugeguckt. Einige der Zuschauer hätten ihr Handy gezückt.
Ein überforderter Sicherheitsmensch hätte dem Flaschensammler auf die Nase gehauen, die Zuschauer angeschnauzt, nicht zu fotografieren. Verstärkung wäre gekommen. Fünf bodygebuildete Securityleute hätten den wild um sich schlagenden Flaschensammler schließlich nach draußen getragen, wo ein Polizeiauto mit Blaulicht den Delinquenten entgegengenommen und weggefahren hätte.

Geisterstunde
Geisterstunde

Wenn man keine Zähne hat, muss man eben mit dem Zahnfleisch auskommen.

Elektrisch Lesen: Ein Blick in die Werkstatt der Digitalverlage

Christiane Frohmann (Frohmann Verlag), Andrea Nienhaus (andreanienhaus.de), Nikola Richter (mikrotext) und Fabian Thomas (shelff) publizieren unter dem Motto: digital first – E-Books zuerst. Gemeinsam organisieren sie am 21. Juni 2014 in Berlin die Electric Book Fair, die erste E-Book-Messe Deutschlands. Im LOGBUCH erzählen sie von ihrer Begeisterung für digitales Publizieren und elektrisches Lesen.

Umsonst & draußen: 06. bis 31. Januar 08

Laura Ewert hatte in einer Berliner Szene geschrieben: »Im Café wurde nicht mehr geraucht, deswegen roch es wohl nach Parfüm und Kinderkotze.«

Siegfried Unseld, Peter Handke. © Suhrkamp Verlag
Hans Höller: Das Klassische. Teil IV

Überlegung zur Notwendigkeit der Kunst nach 1945 – eine Vorlesung zu Peter Handke in vier Teilen anlässlich des Erscheinens des Buches Eine ungewöhnliche Klassik nach 1945

Writers Room
täglich ein stück weiter, 28.2.14

mad mimesis men: was haben post-its® mit neuer dramatik zu tun? – eine möglicherweise befangene replik auf ulf schmidts thesen zur »agilisierung« des deutschen theatersystems.

Umsonst & draußen: 13. bis 31. Dezember 07

In der Nacht war ich ein paar Mal aufgewacht und hatte zwei halbe Zigaretten geraucht, die noch im Aschenbecher waren. Und irgendetwas Wichtiges hatte ich noch ganz plastisch und deutlich im Kopf gehabt – irgendetwas über Rauchen und Kommunikation mit Zusatz: nicht vergessen!

Siegfried Unseld, Peter Handke. © Suhrkamp Verlag
Hans Höller: Das Klassische. Teil III

Überlegung zur Notwendigkeit der Kunst nach 1945 – eine Vorlesung zu Peter Handke in vier Teilen anlässlich des Erscheinens des Buches Eine ungewöhnliche Klassik nach 1945